Gerade für die Selbsthilfe mit ihren besonderen Gegebenheiten bedeutet die Übergabe eines Verbandes oder einer einzelnen Selbsthilfegruppe eine große Anforderung. Es geht nicht nur darum, geeignete Nachfolger zu gewinnen und einzuarbeiten; es geht auch um die Übergabe von Wissen, Erfahrung und erworbenen Fähigkeiten.Unterschätzt wird häufig die Bedeutung des Loslösens. Eine Gruppe, einen Verband nach vielen Jahren ehrenamtlichen Engagements loszulassen, ist nicht leicht – zumal

Zu diesen Fragen wurde ein durch das BMG gefördertes Projekt unter Beteiligung verschiedener Selbsthilfeverbände durchgeführt. Die fachliche Begleitung und Dokumentation der Projektergebnisse oblag Christine Kirchner – Organisationsentwicklung & Coaching.

Ein „Stabwechsel“ - egal, ob in der Gruppe, im Landes- oder Bundesverband – stellt für die Beteiligten eine besondere Anforderung dar. Neue Fragen und Unsicherheiten tauchen plötzlich auf. In der Tat hat man es mit keiner geringeren Aufgabe zu tun als der Sicherung des Fortbestandes eines Verbandes, eines Vereins oder einer Gruppe. Es steht also durch etwas auf dem Spiel. Und nie ist die Möglichkeit für Veränderungen so groß wie in Zeiten des Stabwechsels. Darin liegen gewaltige Chancen für längst fällige Neuerungen. Darin liegen genauso große Gefahren, dass im Übermut auch das Bewahrenswerte hinaus gekehrt wird. Kontinuität und Wandel in eine gute, für den Verband und seine Mitglieder insgesamt förderliche Balance zu bringen, ist ein Kunststück. Die Fragen und Nöte beginnen aber meist schon viel früher wie etwa bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern und sie hören beim Loslöseprozess nicht auf. Ganz offenbar brauchen sowohl die, die gehen, als auch jene, die kommen, d.h. Vorgänger und ihre Nachfolger, eine Art „Leitplanken“, die ihnen im unbekannten „Terrain“ Orientierung geben.

Nachfolgeprozesse bedeuten eine außergewöhnliche Herausforderung, weil sie existenzielle Belange berühren. Das betrifft zum einen den Verband bzw. die Gruppe, da der Fortbestand und die Zukunft eines größeren Ganzen verhandelt werden. Zum anderen geht es die Beteiligten ganz persönlich an, weil ihre neuen Rollen auch mit Identitätsfindung, Sinn und Daseinszweck zu tun haben. Insbesondere die, die sich verabschieden (müssen), fragen sich nicht nur: „Was wird aus meiner Gruppe, wenn ich aufhöre?“ sondern auch: „Was wird dann mit mir?“

Nachfolgesicherung ist eine Leistung, die oft unterschätzt wird. Sie ist keineswegs selbstverständlich. Eine Gruppenleiterin berichtet:

 „Die Übergabe hat mich alles gekostet, ich habe viel Kraft in dieser Zeit gelassen. Aber jetzt ist es doch ganz gut gelaufen.“ 

Wie günstig oder ungünstig die Gegebenheiten in der Gruppe oder im Verband auch sein mögen, immer geht es bei der Nachfolge darum, mit anstehenden teilweise tiefgreifenden Veränderungen einen guten Umgang zu finden. Auch wenn wir wissen, wie nötig Veränderungen sind, so erleben wir sie in der Umsetzung oft als mühsam.

Die Ergebnisse des Projektes sind nachzulesen im Wegweiser „Abenteuer Nachfolge“. Der Wegweiser gibt Orientierung, um beim „Abenteuer Nachfolge“ einen passenden Weg zu finden. „Er zeigt keinen Königsweg, sondern grobe Richtungen. Er will vorbereiten und rüsten, neue Sichtweisen eröffnen; vor allem will er dazu ermutigen, sich bewusst auf den Weg zu machen und insbesondere den schwierigen Fragen zur Unplanbarkeit der Dynamik zwischen Vorgänger und Nachfolger und persönlichen Verwicklungen nicht auszuweichen. Dass die Nachfolge ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang bleibt, ist unbestritten. Wenn sie gelingt, haben die Beteiligten viele Hürden genommen – oft unbeachtet, oft (scheinbar) selbstverständlich. An dieser Stelle: Respekt vor dieser Leistung!

Der Wegweiser unterscheidet im Nachfolgeprozess verschiedene Phasen und gibt Tipps, wie jede Phase gestaltet werden kann:

 

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